Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Harzig & lecker: Fichtenspitzen – Wildkräuter vom Baum

„Wie, was, Fichtennadeln kann man essen, sogar roh?“ Das dachte ich das erste Mal, als ich davon hörte. Heute weiß ich, man kann sie nicht nur essen sondern

man sollte sie auf keinen Fall verpassen, denn Fichtenspitzen haben ein ganz tolles, ungewöhnliches Aroma, das man so nicht so schnell anderweitig findet. Allerdings kann man nur die ganz jungen, ganz hellgrünen Nadeltriebe essen, aber ein Blick und man erkennt man sofort, was essbar ist und was nicht.

Die jungen Nadeln der Fichte sind so weich, dass man sie sogar roh naschen kann. Sie schmecken sehr erfrischend zitrusähnlich, wie eine Mischung aus Weihnachten und Mittelmeer. Sie sind quasi der ‚Kaugummi zum Pflücken‘. Und Fichtenspitzen bieten noch mehr Einsatzmöglichkeiten.

Fichtennadeln (Copyright: wilderwegesrand.de)

Zitronig frisch und ganz leicht harzig ist der Geschmack von frischen Fichtentrieben

ACHTUNG: Nicht mit der giftigen Eibe verwechseln, die im Mai/Juni ebenfalls junge, hellgrüne Triebe ausbildet. Eibennadeln erkennt man daran, dass sie im Vergleich zu den Nadeln anderer Nadelbäume platt sind.

Junge Triebspitzen der Eibe (Copyright: wilderwegesrand.de)

Die Nadel der Eibe sind platt UND: giftig!

Schneller Einsatz

Etwa als Zutat mit weiteren Wildkräutern zu Kräuterbutter oder Kräuterquark. Kleingehackt als Finish über Salate, Ofengemüse, oder auch Steaks. Man kann sie auch als Zutat für Marinaden verwenden – Holzhacker-Steak einmal anders.

Wildkräuter-Pesto aus Fichtenspitzen

Zutaten

Fichtenspitzen-Pesto auf Pasta (Copyright: wilderwegesrand.de)

Pesto und Pasta geht immer

– 40 – 50 Fichtenspitzen – schneller gesammelt, als man denkt 😉
– 80 Gramm Parmesan
– Pinienkerne oder geriebene Mandeln
– 1 Spritzer Zitronen- oder Limettensaft
– 1 TL Zucker/Honig/Agavendicksaft
– Olivenöl
– 1/2 TL Salz – lieber noch einmal nachwürzen
– Etwas weißer Pfeffer

Pesto aus Fichtenspitzen (Copyright: wilderwegesrand.de)

Schnell gemacht: Pesto aus Fichtenspitzen

Zubereitung

1. Die Fichtenspitzen in lauwarmem Wasser waschen und trockentupfen und in einen Mixer geben/klein schneiden.

2. Die Pinienkerne in einer umgefetteten Pfanne anrösten.

3. Den Parmesan reiben und ebenfalls in den Mixer. Den Zitronen- / Limettensaft dazugeben, ebenso den Zucker und das Salz und dann ein paar Mal die Pfeffermühle drüber drehen.

4. Mit Olivenöl auffüllen, bis etwa ¾ der Masse bedeckt ist. Mixer an – fertig!

Wildkräuter-Sirup mit Fichtenspitzen

Dieser Sirup ergibt mit eiskaltem Mineralwasser aufgegossen ein herrlich erfrischendes Getränk an heißen Sommertagen.

Zutaten

– 80 Triebspitzen – Bitte von verschiedenen Bäumen sammeln!
– 1 Liter Wasser
– 2 Bio- / unbehandelte Zitrone oder Limette
– 1 Kilo Zucker
– 1 TL Ascorbinsäure
– Bei Belieben: Ingwerwurzel, etwa ein Stück, so groß wie ein halber Daumen
– Bei Belieben: 2 Stängel Zitronemelisse

Zubereitung

Die Fichtenspitzen in lauwarmem Wasser waschen und trockentupfen. Die Zitrone ebenso.

Die Fichtenspitzen in einen Topf geben, mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen.

Die Zitronenschale mit einem Schäler dünn abschälen und in den Topf geben. Den über Nacht stehen lassen. Den Zitronensaft auspressen und abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag Zitronensaft und die möglichen übrigen Zutaten (Zitronemelisse, Ingwer in Scheiben geschnitten) in den Topf geben. Alles aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen.

Dann absieben und die Flüssigkeit in einem anderen Topf auffangen. Nun den Zucker und die Ascorbinsäure dazugeben, wieder aufkochen lassen und nochmals etwa 30-40 Minuten in offenem Topf köcheln lassen.

Den Sirup heiß in vorher ausgekochte Schraubgläser gießen. Diese sofort verschießen, einmal kurz auf den Kopf drehen und auskühlen lassen. Die Flaschen an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahren.

 

Junge Fichtenspitzen am Baum (Copyright: wilderwegesrand.de)

Wildkräuter vom Baum: Das zarte Grün der Fichte macht deutlich: Bis hierhin bin ich essbar 😉

 

 

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6 Kommentare

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  3. Aus Fichtennadeln kann man auch noch einen leckeren Hustensaft machen – dazu die jungen Nadeln in ein Glas füllen.
    Das Glas mit gemahlenem Kandiszucker auffüllen und so lange auf eine Fensterbank stellen, bis sich der Zucker verflüssigt hat. Den Sirup löffelweise bei Husten zu sich nehmen.

    Ich trockne die Nadeln auch und mache im Winter einen leckeren Teeaufguss davon.

    • Hey Anny, super Anregung, vielen Dank! Für den Tee habe ich auch ein paar getrocknet 😉 Passen bestimmt super in die orientalische Erkältungstee-Mischung. Die findest Du unter ‚Tees‘. Viele Grüße!

  4. Hallo!
    Aus Fichtenspitzen hab ich Honig zubereitet. Perfekt für die Erkältungszeit.
    Grüßle
    Chris

    • Hi Chris,

      hmmm.. Honig stelle ich mir auch extrem lecker vor! Mal schaun, wenn ich in diesem Jahr noch dazu komme, probiere ich es auch mal aus. Ansonsten ist das ein sehr schönes Vorhaben für das nächste Jahr.

      Viele Grüße und besten Dank für den Tipp!