Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Die Sonne im Glas: Löwenzahnblüten-Gelee

Juhu, endlich ist wieder Marmeladen-Kochzeit! Eines meiner absoluten Frühlings-Highlights der Wildkräuterküche ist Gelee aus Löwenzahnblüten. Süß, gelb & lecker – I love it! Es schmeckt blütig, zitronig und bringt selbst an grauen Tagen die Sonne zurück. Dieses Blüten-Gelee konserviert im wahrsten Sinne des Wortes den Frühling 🙂 Welch Glück, dass es wirklich super einfach herzustellen ist. Und zwar so:

Natürlich steht am Anfang wie immer das Sammeln. Mag es Bärlauch oder Sauerampfer zu kaufen geben, Löwenzahnblüten muss man selber finden. Die Blüten sind viel zu empfindlich, um sie lange irgendwo aufzubewahren, sie müssen sofort verarbeitet werden.

Tipps zum Sammeln und Ernten von Löwenzahn-Blüten

Am besten sammelt man Löwenzahnblüten wie alle Widlkräuter, Wildblumen und Wildfrüchte jenseits von stark befahrenen Straßen. Auch die Hundewiese nebenan sollte man beim Sammeln meiden..

Löwenzahnblüten_abschneiden

So werden Löwenzahnblüten geerntet

 

Wichtig: Nie bei Regen sammeln, denn dann sind die Blüten geschlossen! Das kann auch am frühen Morgen oder späteren Abend schon der Fall sein. Am besten sammelt man sie im Sonnenschein und am Vormittag, dann sind sie weit geöffnet und haben sie die meiste Kraft.

Das richtige Rüstzeug zum Sammeln

Löwenzahn_Handschuhe_Blüte

Gelbe Blüten – gelbe Finger

Mag man manche Wildkräuter spontan beim Spaziergang mitnehmen können – für die Löwenzahnblüten muss man doch ein wenig vorbereitet sein: Eine Schere, ein luftiger Korb und vor allem Plastik-Handschuhe gehören auf jeden Fall ins Sammler-Gepäck.

Handschuhe gegen den Blütenstaub

Löwenzahn_Korb_hoch_1

Damit die Löwenzahnblüten möglichst lange geöffnet bleiben, sollte man sie in einem Korb sammeln

Die Handschuhe sind wichtig, weil sich der gelbe Blütenstaub des Löwenzahns andernfalls hartnäckig an den Fingern hält. Außerdem fließt in den Stängeln des Löwenzahn ein milchiger Saft, der beim Abschneiden austritt und sich mit dem Blütenstaub vermengt – eine wirklich haltbare Mischung.. Auf den Saft können empfindlichen Menschen übrigens allergisch reagieren.

Beim Abschneiden darauf achten, möglichst direkt unterhalb der Blüten zu schneiden, um möglichst wenig vom Stengel mitzunehmen, das ist besser für den Geschmack.

Ein Korb für den Transport

Der Löwenzahn mag es wie alle Blüten luftig, sonst schließen sich seine Blüten schnell. Deswegen sammelt man ihn am besten in einem luftigen Korb. Das sieht auch schöner aus, als so ne olle Plastiktüte! Und dann heißt es: möglichst schnell in die Küche 😉

Das Rezept für Löwenzahnblüten-Gelee

Löwenzahnblüten-Gelee herzustellen ist ziemlich einfach. Man braucht zusätzlich zu den  Löwenzahnblüten nur unbehandelte Zitronen oder Limetten, ebensolche Orangen, Gelierzucker und Wasser. Wie bei allem Eingekochten hilft ein wenig Ascorbinsäure für die Haltbarkeit.

Löwenzahnblüten_Gelee_Glas

„Flying Löwenzahn-Gelee“: So sieht es aus, wenn man vergisst, die Marmeladengläser rechtzeitig wieder umzudrehen 😉

Unaufwendiges Blüten-Gelee

Zutaten

400 – 500 gr Löwenzahnblüten (Der Korb in den Fotos ergab 400 gr)
4 Bio / unbehandelte Zitronen oder Limetten – ich nehme lieber Zitronen
1- 2 Bio / unbehandelte Orangen
1,2 L Wasser
500 gr Gelierzucker 3:1
1/2 Tl Ascorbinsäure (Zitronensäure gibts in jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt)

Zitrusfrüchte und Löwenzahnblüten..

Gelee-TIPP:

Ich verwende für Gelees immer den 3: 1 Zucker und zwar im Verhältnis 2:1! Dann wird das Gelee auf jeden Fall schön fest. Und ich habe immer mindestens eine Packung ‚Gel-Fix‘ im Haus. Nee, ist kein Haar-Styling-Produkt sondern steht in jedem größeren Supermarkt bei den Gelier-Zuckern. Es macht Gelee und Marmelade fester – Super-Pektin 😉 Die Notfall-Rettung bei zu flüssigem Gelee!

 

 Zubereitung

1. Wer sich besser damit fühlt, kann die Löwenzahnblüten waschen und trocknen. Ich verzichte meist darauf, weil ich finde, dass ihr Geschmack ohne das Waschen besser erhalten bleibt.  Denn durch das Kochen werden den Blüten möglicherweise anhaftende Keime eh abgetötet.

2. Die Zitronen, Limetten und Orange mit warmen Wasser gut ab spülen und abtrocknen. Danach gemeinsam mit der Schale in kleine Stücke schneiden.

3.  Löwenzahnblüten und Zitrusfrüchte in einen großen Kochtopf geben und 1 l Wasser darüber gießen.

4.  Nun hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt diese Mischung über Nacht stehen und macht am nächsten Tag weiter oder aber man köchelt sie eine halbe bis 1 Stunde auf kleiner Flamme.

Tolle Geschmacks-Kombination!

ergeben eine tolle Geschmacks-Kombination!

5.  Dann die Mischung über einem Sieb in einen anderen Topf gießen. Mit einem Löffel die restliche Flüssigkeit durch das Sieb streichen.

6.  Gelierzucker und Ascorbinsäure in die Flüssigkeit geben und alles zum Kochen bringen. Mindestens 3 Minuten sprudeln lassen, dann kann man die Hitze reduzieren, fürs Abfüllen reicht es, wenn es leicht weiter köchelt.

7. Dann mit einer Suppenkelle oder über einen Edelstahltrichter das Gelee in die Schraubgläser füllen, den Rand mit einem feuchten Tuch von klebrigen Resten befreien und sofort verschließen.

Der Blütenduft aber kommt vom Löwenzahn

Der Blütenduft aber kommt vom Löwenzahn

8. Nicht vergessen, die Gläser nach einer Weile wieder umzudrehen. Sonst hat man „Flying Löwenzahnblüten-Gelee“, siehe Foto  😉 Schmeckt aber übrigens genauso gut, wie das bodenständige Gelee!

Köstlicher Brotaufstrich aus Wildkräuterblüten

Ich esse Löwenzahnblüten-Gelee am liebsten entweder pur auf einem Brot zum Frühstück oder aber noch lieber mit einer Schicht Quark darunter. Außerdem macht es sich sehr gut als blütig-süße Zugabe in Salatdressings oder in Soßen, etwa in dunkler Bratensauce. Ich kann mir ein Löffelchen Löwenzahnblüten-Gelee auch hervorragend als Geschmacks-Beigabe zu kurz geschmorten Möhren und blanchiertem Giersch vorstellen. Und natürlich passt es als süße Füllung zu Crêpes und Pfannkuchen.

Weitere Rezepte mit Löwenzahn gibt es hier

 

Löwenzahnblüten_Gelee_Gläser

Und so sieht das Gesamtergebnis aus 🙂

 

 

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5 Kommentare

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  3. Super lecker – nicht nur im Frühling 😉

    • Sogar fast noch besser in der grauen Jahreszeit – als Erinnerung an die Sonne. Ach – immer lecker! 🙂

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