Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Wildkräuter-Obst-Smoothie mit Frühlingskräutern

Alle Welt trinkt Smoothies. Mit Sprossen oder Spinat oder Rucola oder Weißkohl. Bestimmt alles lecker und gesund. Aber mit Wildkräutern geht das auch und ist genau so lecker und gesund! Gerade jetzt im Frühling, wo die jungen Blätter noch so zart und mild sind, eignen sie sich hervorragend dafür. Und ein Wildkräuter-Smoothie sieht nicht nur toll aus, sondern schmeckt auch so! Und so geht’s: 

Rezept für den Frühlings-Wildkräuter-Smoothie

Im ersten Wilden-Wegesrand-Smoothie sind fünf verschiedene Wildkräuter drin: Löwenzahn, Brennnessel, Breitwegerich, Gänseblümchenblätter und Giersch. Es geht sicher auch mit weniger oder auch nur einem Wildkraut. Probieren ist alles 😉

Smoothie_1_Obst_Kräuter

Ein Teller voll Leckeres und Gesundes

 

Zutaten:

– 1 Apfel
– 1 Orange
– 1 Banane
– 1 Stück frischer Ingwer
–  Flüssigkeit (z.B. Saft, Milch, Sojamilch, Wasser, kalter Kräutertee). Die Menge ist abhängig davon, ob man den Smoothie eher dick oder dünn mag. Ich mag ‚Medium‘ 😉 Dafür schaue ich, dass etwa ¾ der anderen Zutaten „unter Wasser“ stehen.

Smoothie_1_Brennnessel

Brennnesseln liefert Vitamin C und Eisen

– Und natürlich die Wildkräuter:

Smoothie_1_Löwenzahn_2

Löwenzahn hat sogar noch mehr Provitamin A als Möhren

– 10 Blätter der Brennnessel (gut gerollt, siehe im Artikel zur Brennnessel ..!!)
– 10 Blätter vom Löwenzahn
– 10 junge Giersch-Stängel (bei älteren nur 5)
– 5 Blätter vom Spitzwegerich oder Breitwegerich
– 15 Blätter vom Gänseblümchen
– 5 Blätter Pfefferminzblätter oder Blätter von der Zitronenmelisse – sie geben noch einmal ein schönes frisches Aroma.

Auch diese Wildkräuter würden gut passen: Vogelmiere, Sauerampfer, Schafgarbe, Sauerklee (und noch viele mehr.. 😉

Zubereitung

Smoothie_1_Giersch

Giersch – von wegen Unkraut. Er ist voll mit Mineralstoffen und ätherischen Ölen

1. Was zu schälen ist: schälen 😉

2. Den Rest gut waschen. TIPP: Die gesammelten Wildkräuter in eine Schüssel voller Wasser legen und sie dort ordentlich schwenken. So löst sich alle Erde, Staub und was sonst noch dran ist.

3. Die Kräuter etwas trockentupfen

Smoothie_1_Breitwegerich

Breitwegerich

4. Dann alles zerkleinern und in verschiedenen Schichten in den Shaker / Küchenmixer geben. Also: Etwas Apfel, dann eine Lage Kräuter, dann Banane, dann wieder Kräuter..

5. Zum Schluss die Flüssigkeit drüber und los geht’s! Je nach gewünschter Konsistenz einfach noch etwas Flüssigkeit dazugeben.

6. Mit ein paar Gänseblümchenblättern dekorieren, ein Blättchen Minze passt auch gut, und genießen! 😉

Smoothie_1_Gänseblümchenblätter_Frauenmantel

Gänseblümchen liefern Bitterstoffe und Schleimstoffe. Dahinter: Blätter vom Frauenmantel

Geschmacks-TIPP(s)

Ich habe festgestellt, dass Milch dem Smoothie einen etwas sanfteren Geschmack gibt und gut zu den herben Wildkräutern passt.

Da Wildkräuter generell viele Bitterstoffe haben, eignet sich Obst besser als Gemüse für den Wegesrand-Smoothie, finde ich. Aber die Geschmäcker sind ja verschieden. Wobei – einen wohlschmeckenden Wildkräuter-Gemüse-Smoothie zu kreieren, ist ne spannende Aufgabe. Kommt noch!

 

Smoothie_1_3

Sieht er nicht einfach wunderschön aus? Nicht nur das, die Mischung aus Wildkräutern und Obst ist wirklich lecker!

 

Auch sehr lecker: der Wilde Rote: Smoothie mit Holunderblüten und Roter Beete.

***

Noch eine Anmerkung zu frischen Wildkräutern:

Wenn ich Wildkräuter frisch zubereite, sie also nicht erhitze, dann sammle ich sie nur an Stellen, wo ich zumindest halbwegs ausschließen kann, dass dort Hunde oder Füchse ihre Duftmarken hinterlassen haben. So lässt sich die Gefahr deutlich verringern, dass ein übler Fuchsbandwurm ins Essen gelang, der auch von Hunden übertragen wird.

Erhitzen tötet den Bandwurm

Wenn man Wildkräuter und Wildfrüchte kocht oder backt oder Marmelade aus ihnen macht, tötet das Erhitzen diesen unliebsamen Gast und man muss sich gar keine Sorgen machen. Denn bei 60 Grad sterben die Viecher! Bei allen hoch wachsenden Wildkräuter, etwa der hohen Brennnessel oder auch den oberen Blättern und Blüten der Knoblauchrauke etwa, sehe ich die Gefahr der Kontamination ebenfalls als gering an. Für alle frischen Wildkräuter, Wildblüten und Wildfrüchte gilt generell: je höher gewachsen, desto ungefährlicher.

Gefahr vor allem durch Hunde

Allerdings infizieren sich nach Aussage von Immunologen kaum Menschen über das Sammeln und Verwenden von Wildkräutern und Wildfrüchten. Die größere Gefahr lauert beim Umgang mit Hunden, die ihm als Wirt dienen. Heißt: nach dem Streicheln Hände waschen  😉

Die Wildkräuter für den Smoothie habe ich, bis auf die Brennnessel, übrigens alle aus dem Garten, wo ich sie wachsen lasse – und der Artenvielfalt ab und an durch Aussähen und Einpflanzen ein wenig nachhelfe. Und der Giersch macht sich ganz prima in meinen Balkonkästen im Schatten! 😉

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Hallo Jeanette,
    Dein Wildkräutersmoothie sieht wirklich klasse aus, auch Dein Blog und die Seite machen Lust auf mehr. Ich habe von Wildkräutern sowas von keiner Ahnung, dass mich das hier doch inspiriert, es mal damit ansatzweise zu versuchen. Vielleicht muss ich mal Deinen Kräutergarten sehen, damit ich identifizieren kann, was bei uns so hinterm Haus wächst. Ansonsten bin ich da vorsichtig mit dem Sammeln im Veedel, wenn ich mir die Hunde und deren Hinterlassenschaften so ansehe.

    Deine Seite füllt sicher eine wichtige Wissenslücke. Mach weiter, das wird sicher viele Liebhaber finden!
    Dir alles Gute, und auch viel Glück mit Deinen diversen Jobs!
    Oliver

    • Lieber Oliver – vielen Dank! Das inspiriert und macht (noch mehr) Lust, weiterzumachen. Ich kenne die Hundeproblematik.. Je höher gewachsen, desto besser. Und wenn ich doch mal hier ums Eck etwas vom Boden sammle, dann nur, wenn ich es koche / auf über 60 Grad erhitze. Schade aber, dass viele Hundebesitzer immer noch nicht verstehen, dass die Wiesen und der Wegesrand nicht ihnen allein gehören…

      Viele liebe Grüße, Jeannette

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