Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Resteschmaus: Radieschenblätter essen statt wegwerfen!

Frühling und Frühsommer ist Radieschen-Zeit. Drei Rezepte möchte ich Euch hier vorstellen. Als Mitglied der Gemüsekoop Köln, die nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft funktioniert, bekomme ich derzeit einige der kleinen scharfen Rüben. Die sind zwar immer recht schnell weggeputzt aber was bleibt, sind ihre Blätter. Was mache vielleicht nicht wissen: Radieschenblätter kann man essen. Generell nimmt man nur die dunkelgrünen, frischen Blätter. Alles was gelb ist, muss in der Tat in den Mülleimer.

Radieschenblätter: Mindestens genau so gut wie die Knolle selbst

Wie in vielen Blättern von Wurzelgemüse stecken in Radieschenblättern die meisten der Inhaltsstoffe, die auch in der Wurzel selbst enthalten sind. In Teilen sind sie in den Blättern sogar höher konzentriert als in den Knollen. In Radieschen sind übrigens Kalium, Calcium, Eisen, Vitamin A, B1, B2 und C drin.

I. Radieschenblätter roh: Für grüne Smoothies oder Salate

Für die einfachste aller Varianten nimmt man die knackigen Blätter, wäscht sie, zerkleinert sie und packt sie entweder in den Mixer für einen grünen Smoothie. Im Frühsommer kann man sie z.B. mit frischen Erdbeeren mischen – ich finde diese Kombination ziemlich köstlich. Ab und an gebe ich auch noch eine oder eine halbe reife Banane dazu.

Radieschen (Copyright: wilderwegesrand.de)

Die ersten Gemüsekoop-Radieschen – lecker ist auch das Grüne!

Auch in Salaten machen sich die jungen Radi-Blätter ganz hervorragend. Entweder im grünen Blattsalat sie passen für meinen Geschmack aber auch zu einem Tomaten-Basilikum-Salat.

Bitte gut kauen! 😉

A propos Geschmack: Radieschenblätter sind ja durchaus haarig, daran muss sich manche Zunge erst einmal gewöhnen. Wem das unangenehm ist, der sollte für Salate nur die ganz kleinen Blätter nehmen, die sind noch nicht so behaart, und die anderen in den Smoothie packen – da wird ja eh alles ganz fein gehäckselt und dann spürt man sie nicht mehr.

II. Pesto mit Radieschenblättern, Rucola und Petersilie

Auf diese Idee kam mir, als ich eine frische Lieferung Rucola und Mizuna-Salat in den Kühlschrank packte, in dem sich beides noch von der Woche davor befand. Und Petersilie war da auch noch – die krause, die ich nicht so gerne mag. Um das ‚ganze Grünzeug‘ haltbar zu machen, wurde dann ein Pesto draus.

Pesto mit Radieschenblättern (Copyright: wilderwegesrand.de)

Pesto mit Radieschenblättern – lecker als Brotaufstrich

Dazu braucht Ihr:

  • Scharfes oder deutlich schmeckendes ‚Grünzeugs‘, wie Radieschenblätter, Rucola, Mizuna oder Petersilie. Schnittlauch ist mir zu vorschmeckend aber da sind die Geschmäcker sicherlich verschieden.
  • Einen Pfanneboden voll gemahlene Mandeln, Haselnüsse, Pinienkerne, Cashews oder Mandelmehl. Am besten wirklich alles schon zerkleinert oder das macht ihr selbst. Ich hatte noch Kürbiskerne, die habe ich in Wasser eingeweicht, weil mein Mixer nicht so stark ist. Aber Achtung: je mehr Wasser, desto schneller geht das Pesto ‚um‘.
  • Gutes, natives Öl wie Oliven- oder Rapsöl. Ich habe noch einen Schuss Kürbiskernöl genommen. Walnuss-Öl macht sich auch gut.
  • Salz, Pfeffer, etwas Zucker und wer hat: eine gute Messerspitze Zitronensäure. Die macht das Pesto haltbarer und gibt noch einen feinen Geschmack, finde ich.
  • Wer mag oder noch hat: Parmesan.

Und so geht’s:

  • Das ‚Grünzeugs‘ zerkleinern, dann Öl dazugeben, etwa so viel, dass das Grünzeugs zur Hälfte bedeckt ist, und mit dem (Stab-)Mixer pürieren.
  • Die Nüsse/Kerne in der Pfanne ohne Öl anrösten. (Die in Wasser eingelegten Kürbiskerne aber nicht, die kommen so rein).
  • Alles zusammenrühren und mit Salz, Pfeffer, Zuckern und Zitronensäure abschmecken.

Das Pesto im Kühlschrank lagern. Es hält dort eine ganze Weile. Ich nutze es statt Butter für Brote und auch für Salatsoßen oder zu Kartoffeln.

III. Radieschenblätter-Quark

Ganz prima passen Radieschenblätter auch zu Frühlingsquark. Mit ein paar sauren Gurken und Dill – köstlich! Wer es etwas kräftiger mag, etwa statt Soße zu Braten, kann dem Quark noch Crème fraîche dazugeben oder gleich die Crème pur nehmen. Mit Salz, Pfeffer und Gewürzen Eurer Wahl abschmecken.

IV. Radieschenblätter gedünstet als Spinat oder Suppe

Und zu guter Letzt: Radieschenblätter kann man wie Spinat dünsten oder als Suppe kochen.

Für den Spinat brate ich Zwiebeln glasig und schmecke ihn mit Weißwein, Muskatnuss, Salz, Pfeffer und Zucker ab und gebe anschließend etwas Crème fraîche oder auch Parmesan dazu.

Radieschenblätter (Copyright: wilderwegesrand.de)

Gehen auch als Spinat oder in der Suppe: frische Radieschenblätter

Als Suppenzutat oder über fein gehackt über die Suppe

Und auch als Zugabe zu Gemüse-Suppe (oder wenn man viele hat, dann als reine Radieschenblätter-Suppe) passen die Blätter gut. Ich füge sie kurz nach dem Anbraten des Gemüses dazu, nehme Gewürze meiner Wahl – mal mediterran, mal nur Salz, Pfeffer und Muskatnuss, füge wieder etwas Weißwein dazu und fülle alles dann mit Gemüsebrühe /-fond auf.

Wohl bekomm’s!

Habt Ihr auch Ideen und Rezepte für Radieschenblätter? Dann freu ich mich auf Eure Kommentare.

Und hier geht’s zur Aktion ZuGutFürDieTonne – eine prima Sache gegen Lebensmittelverschwendung! 🙂

 

 

 

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3 Kommentare

  1. Hallo Jeannette, merci für die geniale Idee mit dem Rezepteblog – insbesondere bez. der Verwendung von Gemüseblättern (auch von Fenchel?).

    • Hallo liebe Gaby,

      besten Dank, freut mich 🙂 Ich hoffe wirklich auf rege Beteiligung, da ich ja auch auf die Ideen der anderen gespannt bin. Unter dem Suchbegriff „Gemüsekoop“ sollte man dann die Beiträge gut finden. Das Fenchelgrün habe ich gestern in einer sehr köstlichen Fenchel-Gorgonzola-Soße zusammen mit der Knolle verwendet. Dazu gab’s zum ersten Mal Vollkorn-Pasta (aus dem Unverpackt-Laden) und ich habe festgestellt, dass die geschmacklich viel besser passt als normale, helle Pasta.

      Beste Grüße, Jeannette

  2. Besonders freue ich mich natürlich, wenn hier meine Genossen aus der Gemüsekoop ihre Rezepte rund ums Radieschen verraten! 🙂