Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Resteschmaus: Brotpudding – mal herzhaft, mal süß

Kennt Ihr das? Es ist irgendwie immer Brot da, das man nicht mehr essen mag. Bei mir sind es regelmäßig mindestens die zwei ‚Knippchen‘, also die Endstücke, die übrig bleiben und manchmal auch mehr. Da ich es aber nicht leiden kann, Lebensmittel wegzuwerfen, gibt es bei mir regelmäßig Brot-Auflauf, so genannten Brot-„Pudding“ – eine tolle, leckere und abwechslungsreiche Möglichkeit, Brot zu verwerten, statt es wegzuwerfen.

Da bei mir nicht so viel Brot auf einmal anfällt, lasse ich die Brotreste an der Luft oder auch auf der Heizung ganz trocken werden und sammle sie in einem großen Glas mit Schraubdeckel. Bevor ich sie trockne, schneide ich sie klein. Dann geht es mit dem Trocknen schneller und auch bei der Verarbeitung hinterher.

Brotreste im Schraubglas (Copyright: wilderwegesrand.de)

Vorratshaltung im Glas. Es ist riesig, aus dieser Menge kriegt man locker zwei Auflaufformen voll.

Wichtig ist: Das Glas muss ganz dicht abschließen, damit keine Mehlmotten ihren Weg hineinfinden. TIPP: Ein paar Gewürznelken ins Glas geben – auf den Geruch stehen Mehlmotten angeblich gar nicht.

Wenn ich etwa drei bis vier Handvoll getrocknetes Brot zusammen habe, kann es losgehen. Meistens entscheide ich mich für die herzhafte Variante. Und die geht so:

Herzhafter Brotpudding

Ich gebe die (klein geschnittenen) Brotreste (drei bis vier Handvoll) bis in eine Schüssel, bereite ca 250 ml Gemüsebrühe vor und übergieße das Brot mit etwa 2/3 der Brühe. Den Rest der Brühe stelle ich beiseite. Dann lasse ich das Brot dann eine ganze Weile in Ruhe, bis es die Flüssigkeit aufgesogen hat – das dauert bei altem, trockenen Brot um einiges länger als bei frischem.

Alles rein, was weg muss

In der Zwischenzeit fette ich eine Auflaufform mit etwas Butter aus, wasche und zerkleinere Gemüse (z.B. Zwiebel, Paprika und Zucchini; eine andere, winterliche Mischung, die ich sehr mag, wären Kürbis, Rote Beete, Möhren mit Apfel oder Birne oder Quitte) und brate das Gemüse mit Olivenöl oder Bärlauch-Öl kurz in einer Pfanne glasig. Meist würze ich nur mit Salz und Pfeffer, wenn ich die erste Variante mache, kommt noch etwa einen TL Kräuter der Provence dran.

 

Herzhafter Brotpudding (Copyright: wilderwegesrand.de)

Noch sieht alles etwa matschig aus aber nach dem Backen ist der Brotpudding schön knusprig. Für die mediterrane Variante nehme ich gerne Schafskäse.

Mit den aufgeweichten Brotreste den Boden der gefetteten Auflaufform bedecken, das angebratene Gemüse darüber und dann wieder eine lockere Schicht Brotreste – ein paar Brocken tuen es auch.

Dann zwei Eier mit dem zurückgestellten Rest der Gemüsebrühe verquirlen, wer mag, gibt noch einen TL Paprikapulver dazu und auch hier noch etwas Salz und Pfeffer. Das wird über die Masse in der Auflaufform gegossen.

Zum Schluss noch etwas Käse drüber, etwa Parmesan, aber aber auch Gouda, Edamer oder Schafskäse passen gut. Prima eignet sich natürlich ebenfalls solcher Käse, der weg muss.

Alufolie mehrfach verwenden

Das Ganze wird dann im vorgeheizten Backofen mit Umluft etwa 40 Minuten bei 180 Grad gebacken. Wenn der Brotpudding oben vor der Zeit brauch wird, mit Alufolie abdecken. TIPP: Die Alufolie aufbewahren, sie ist ja nicht schmockig und deswegen gut mehrfach einsetzbar – schont Umwelt und Geldbeutel 😉

Süßer Brotpudding

Für süße Schleckermäuler gibt’s natürlich auch eine süße Variante. Statt Brühe nimmt man zum Einweichen einfach Milch (Soja-, Reis-, oder Getreidemilch gehen natürlich auch).

Über die in der Milch aufgeweichten Brotreste gibt man Obst. Ich bevorzuge eingelegtes Obst, also Kompott etwa aus Kirschen, Pflaumen, Quitten oder Äpfeln. Frisch eignet sich Beerenobst wie Johannis-, Brom-, oder Himbeeren. Eine (reife) Banane, die vielleicht auch weg muss, gibt zusätzliche Süße. Man kann sie in Stücken dazu geben oder vermanschen und dann als Brei über die Brotreste. Habt Ihr Schokolade, die schon ausgetrocknet ist – klein häckseln und ebenfalls rein!

Getrocknete Brotreste (Copyright: wilderwegesrand.de)

Aus Brotresten kann man noch leckere Sachen zaubern

Dann  zwei Eier mit dem zurückgestellten Rest der Milch verquirlen, circa zwei TL Zucker (oder Honig, Agavendicksaft, Reissirup oder Kokosblütenzucker) dazugeben, wer mag nimmt noch Vanillezucker oder etwas Vanillemark oder auch Zimt dazu.

Backen, wie oben beschrieben.

Guten Hunger! 🙂

Die leckeren Ideen der anderen

Hier noch zwei schöne Ideen des spannenden Blogs „Stadt-Land-Gnuss“ von Michèle und Ilona aus der Schweiz. Einmal Brotpudding und einmal eingelegten Kohlrabischalen. Die habe ich gestern nachgekocht und bin gespannt, wie sie schmecken!

https://www.stadt-land-gnuss.ch/blog/unser-taeglich-brot-abfall

https://www.stadt-land-gnuss.ch/blog/rubis-und-stubis

Vom Brot-Rezept der beiden kommt Ihr noch auf weitere Ideen zur Brotverwertung. Viel Spaß beim Ausprobieren, und lasst mich gerne wissen, wie es geklappt hat!

Überhaut: Wie sehen Eure Tipps zur Resteverwertung aus? Ich freu mich auf Rezepte und Anregungen und würde sie gerne mal ausprobieren.

 

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Jeannette

    Dein Brotpudding tönt super.
    Vielen Dank, dass du uns verlinkst. Wir freuen uns sehr, dass du unseren Blog liest. Vorgestern haben wir gerade wieder ein Rezept mit altem Brot (italienisches Rezept mit Mozzarella) gepostet.
    Altes Brot ist nämlich was wert!

    Viele liebe Grüsse Michèle und Ilona

    • Liebe Michèle, liebe Ilona,

      danke, das freut mich! In der Tat ist altes Brot etwas wert. Ich mache auch gerne italienischen Brotsalat. Muss gleich mal schauen, ob Euer Rezept meinem ähnelt.

      Liebe Grüße
      Jeannette