Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Kindheitsgeschmack Waldmeister

Wer mochte als Kind keine Waldmeister-Brause oder kein Waldmeister-Wasssereis? Ziemlich sicher war dieser Kindheitsgeschmack damals künstlich hergestellt. Wer das Naturaroma des Waldmeisters nutzen möchte, der sollte 

ab Mai bis Juni die Augen aufhalten. Am einfachsten erkennbar ist er mit seinen kleinen, weißen Blüten. Allerdings sollte man die Triebe ernten, die noch nicht blühen. Man nimmt das obere Drittel. Am besten pflückt man ihn so, dass man an den Stängeln bequem ein Sträußchen halten kann. Später dazu mehr.

Standorte des Waldmeisters

Waldmeister wächst gerne an eher kühlen, halbschattigen Böschungen und Heckenrändern. Und er wächst natürlich im Wald, also genauer gesagt im Laubwald oder Mischwald – daher sein Name. Typisch sind seine fächerigen Blätter, die aus sechs bis acht einzelnen, langen Blättchen bestehen.

Waldmeister (Copyright: wilderwegesrand.de)

Eorm aromatisch und enorm hübsch anzuschauen: Waldmeister


Sammel- & Küchen-Tips 

Der Waldmeister ist eines der wenigen Wildkräuter, wenn nicht überhaupt das einzige, das nicht frisch verwendet werden kann. Um ihm sein typisches Aroma zu entlocken, muss man ihn mindestens einen Tag lang antrocknen lassen. Am besten hängt man ihn dazu kopfüber in kleinen Sträußchen an den Stängeln auf – siehe oben.


HINWEIS:
Waldmeister enthält ziemlich viel Cumarin. Zu viel davon ist schädlich und kann z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen. Daher sollte man immer nur etwa 3 Gramm Waldmeister pro einem Liter zu aromatisierender Flüssigkeit verwenden! Heißt: Bei 5 Stängeln pro Liter sollte man eigentlich nichts falsch machen – aber das ist nur meine Erfahrung, keine verbindliche Regel.

 

 

Verwendung in der Wildkräuter-Küche

Die Hauptverwendung des Waldmeisters liegt in seinem Aroma und das passt wirklich zu ganz vielem! Wie wär es zum Beispiel mal mit..

Waldmeister-Sirup

30 – 35 Stängel Waldmeister waschen, trocken tupfen und einen Tag trocknen lassen. 2 unbehandelte / Bio-Zitronen heiß waschen und abtrocknen. Die Schale abreiben und in 200 ml Wasser in einen Kochtopf geben. Ebenfalls ins Wasser kommen: Der Saft der beiden Zitronen und der einer weiteren Zitrone, 350 Gramm Zucker und natürlich der Waldmeister. Alles aufkochen und 5 bis 10 Minuten köcheln lassen. Waldmeister entfernen und den Sud erneut aufkochen und in ausgespülte, abgekochte Schraubgläser geben. Sofort verschließen. Wenn die Gläser abgekühlt sind, sollten sie dunkel und kühl lagern. Im Kühlschrank ist auch gut.

Walderdbeeren (Copyright: wilderwegesrand.de)

Walderdbeeren und Waldmeister: ein wundenkbares Geschmacks-Duo!


Waldmeister-Milchreis mit Erdbeeren

Dazu legt man drei bis fünf geerntete, gewaschene, abgetupfte und ausreichend angetrocknete Stängel in 0,75 / 1 Liter Milch.
Diese lässt man dann kurz aufkochen und das Ganze noch etwa 10 Minuten durchziehen.
Dann den Waldmeister entfernen und mit der aromatisierten Milch wie gewohnt verfahren, also Milchreis oder Grießbrei damit kochen.

 

 

Waldmeister-Bowle

1 Liter Weißwein in ein Bowlengefäß schütten und 8 bis 1o Waldmeister-Stängel hineingeben oder an einem Faden gebunden hineinhängen. ½ bis 1 Bio-/ unbehandelte Orange gut waschen, trockenreiben, in dünne Scheiben schneiden und dazutun. Alles mindestens eine halbe Stunde, bis Stunde ziehen lassen. Dann Waldmeister und Orangen herausnehmen. Den aromatisierten Wein mischt man mit richtig kaltem Sekt.

Noch einfacher: 
Ein paar der hübschen Blüten mit dem ersten Blätterstand in Weißwein oder Wodka einlegen, 2 Wochen ziehen lassen, den Waldmeister aus der Flüssigkeit nehmen und fertig sind Sommergetränk und Absacker.

 

Licht und Schatten auf blühenden Waldmeister-Pflanzen (Copyright: wilderwegesrand.de)

Eines der wenigen ’nicht essbaren Wildkräuter‘. Frisch riecht der Waldmeister nach gar nichts. Erst das Trocknen entlockt ihm sein Geheimnis.


Waldmeister als Wildkräuter-Tee

Auch in Tee-Mischungen soll man die getrockneten Blätter verwenden können. Ich könnte mir sie gut zu grünem Tee vorstellen oder in Verbindung mit Brombeer- oder Erdbeerblättern. Aber mir wär das zu viel des Waldmeisters. Bitte auch hier auf die Menge achten (siehe Hinweis und siehe unten).

Heilwirkungen des Waldmeisters:

In Kräuterkissen soll er zusammen mit Melisse und Lavendel schlaffördernd wirken.

Ich kann mir vorstellen, dass er auch ein gutes Mittel gegen Motten ist – wie die beiden anderen Kräuter auch! Aber den Geruch in den Klamotten muss man mögen..

Angesetzt mit Wein (weiß!) soll Waldmeister schlaffördernd und stimmungsaufhellend wirken. Wobei: vielleicht tun das einfach der Wein als solcher und das Waldmeister-Aroma, das an heißes Sommertage mit Waldmeister-Wassereis erinnern 😉

Als Tee soll er ebenfalls beruhigend wirken, den Magen stärken und die Leber anregen.

 

Blühende Waldmeisterpflanzen von oben (Copyright: wilderwegesrand.de)

Kindheitsgeschmack: Waldmeister. Er soll stimmungsaufhellend und schlaffördernd wirken. Aber Achtung: nicht zu viel davon!

 

 

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