Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Holunder, Holunder, holy Holunder! :-)

Ich liebe Holunderblüten! Sie duften einfach wunderbar und es lässt sich so vieles aus ihnen machen: Sirup für Hugo (1000 Mal besser, als der gekaufte!), köstliches Blütengelee, das noch im Winter den Frühsommer zurück auf den Tisch bringt, duftendes Brot und außerdem sind sie getrocknet ein sehr wirksamer Bestandteil für Erkältungstee. Ich liebe.. – äh, sagte ich es schon? – Holunder! 🙂

Hier wächst Holunder

Eigentlich steht und blüht der Holunder überall: an Wegesrändern und an Waldrändern, an Straßen, auf Wiesen und in Parks. Wer ihn einmal kennt, erkennt ihn immer wieder, allein schon am Duft, den seine üppigen weißen Blütendolden verströmen.

Holunderstrauch/ Copyright: wilderwegesrand.de

Üppiger gehts nicht: blühender Holunderstrauch am Wegesrand

Und genau dieses Aroma geben sie gerne ab, deswegen eignen sie sich sehr gut zum Aromatisieren von Gelees und Sirup. Auch eine Holunder-Limonade schmeckt lecker und ist schnell gemacht.

Hübsche Blüten – wertvoller Inhalt 

Außerdem sind Holunderblüten voll mit wirksamen Inhaltsstoffen. Sie enthalten Glykoside, die ordentlich schweißtreibend und damit gut bei fiebrigen Erkältungen sind, zusätzlich helfen ihre Schleimstoffe beim Abhusten.

Holunder-Dolde/ Copyright: wilderwegesrand.de

Viele kleine Blüten an einer Dolde

Man kann die Blüten trocknen und in der kalten Jahreszeit einen Erkältungstee aus ihnen aufbrühen. Hilft natürlich auch gegen Sommererkältung! 😉 Man trocknet sie einfach auf Küchenpapier und gibt sie dann in eine Teedose. Je weniger Licht an sie kommt, desto länger bleiben sie wirksam.

Des weiteren enthalten Holunderblüten ätherische Öle, viele Flavonide (insbesondere Rutin, das gefäßstärkend wirkt), freie Fettsäuren und Gerbstoffe.

Rezepte mit Holunderblüten

Lieblings-Holunderblüten-Gelee 🙂

Zutaten:

– 12 große Holunderblüten-Dolden
– 1 unbehandelte Orange
– 1 unbehandelte Zitrone
– 500 gr Gelierzucker 3:1 aber verwendet, wie 2:1
– ½ Liter Apfelsaft
– ½ Liter Wasser

Zubereitung:

1. Die Holunderblüten gut über einem Küchenhandtuch / Küchenpapier ausschütteln, damit die Insekten herausfallen, die fast immer in den Blüten sind. Das Küchenhandtuch / Küchenpapier insektenfreundlich entsorgen – also am besten draußen ausklopfen!

2. Die groben Stengel abschneiden und die Blütendolden in einen großen Topf/ Schüssel geben.

3. Die Zitrusfrüchte gut waschen, mit der Schale in Scheiben schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Ich mag es zitronig, deswegen reibe ich meist noch die Schale einer halben Zitrone rein,

4. Den Apfelsaft und das Wasser in die Schüssel über Blüten und Zitrusfrüchte gießen und alles über Nacht (am besten 12 Stunden) stehen lassen. So nimmt die Flüssigkeit die Aromen der Holunderblüten und Zitrusfrüchte auf.

Holunderblüten und Zitrusfrüchte/Copyright: wilderwegesrand.de

Perfekte Paarung: Zitrusfrüchte fürs Holunderblüten-Gelee

5. Am nächsten Tag den Inhalt der Schüssel über ein großes aber feinmaschiges Sieb in einen Kochtopf umfüllen. Es lohnt sich, die aufgefangenen Blüten & Zitrusfrüchte noch einmal in ein altes Küchenhandtuch zu geben und über dem Kochtopf auszuwringen. So kommt noch mehr Aroma in die Flüssigkeit und damit ins Gelee.

6. Den Gelierzucker dazugeben, aufkochen lassen und dabei immer wieder gut durchrühren, damit nichts anbrennt. Etwa 3 bis 5 Minuten kochen lassen und möglichst heiß in die vorbereiteten Marmeladen-/ Schraubgläser füllen. Diese sofort nach dem Abfüllen auf den Kopf stellen (und nach einer Weile wieder umdrehen, sonst passiert, was dem Flying-Löwenzahnblüten-Gelee passierte 😉

Holunderblüten-Gelee schmeckt wirklich herrlich! Es hält garantiert bis zum nächsten Winter – wenn man es nicht vorher aufnascht. Und wenn man dann ein Glas aufmacht, dran riecht und es genießt, ist es, als stünde man wieder im schönen Frühsommer, direkt unter blühenden Holundersträuchern.

Holunderstrauch/Copyright: wilderwegesrand.de

Holunderstrauch in Köln

 Holunderblüten-Sirup

Zutaten:

– 12 – 15 große Holunderblüten-Dolden
– 1 unbehandelte Zitrone
– 1 unbehandelte Limette
– evtl zusätzlich die Schale einer unbehandelten Limette
-¾ Liter Apfelsaft
– ¾ Liter Wasser (also 1,5 l Flüssigkeit)
– 1,5 Kg Zucker

Zubereitung:

– Schritt 1 bis 4: siehe oben. ABER diesmal kommt der Zucker schon mit in die Schüssel und dann wird alles über Nacht stehen gelassen.

– Schritt 5 ebenfalls wie gehabt.

– Die abgefilterte Flüssigkeit im Topf aufkochen lassen und auf kleinerer Flamme etwa 15 bis 30 ohne Deckel weiter köcheln lassen – sie soll etwas reduzieren, damit sie sirupartig wird.

– Währenddessen leere Schraubflaschen gut ausspülen und mit kochendem Wasser übergießen – das sterilisiert sie. So sollte man es auch oben mit den Marmeladengläsern halten.

– Den heißen Sirup in die Flaschen abfüllen (am besten stellt man die Flaschen dazu in die Spüle und nutzt einen Stahltrichter zum Umfüllen) und sofort verschließen. Abkühlen lassen und an einem dunklen Ort aufbewahren.

 ***

Erkältungs-Tee aus Holunderblüten

Dazu nimmt man pro Tasse zwei TL Holunderblüten. Mit etwas Zitrone und Honig drin, schmeckt er auch noch richtig gut. Noch besser – finde ich – schmeckt der Holunderblüten-Tee, wenn man ihn mit Lindenblüten mischt. Die helfen ebenfalls beim Schwitzen und Abhusten und loswerden fieser Grippe-Erkrankungen.

Aufbewahrungs-TIPP: Auch getrocknet und dann trocken und verschlossen gelagert behalten die Holunderblüten bis zum Winter ihren Duft und lassen sich prima in der Erkältungszeit aufbrühen! Siehe: Erkältungs-Tee aus Blüten.

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Zum Rezept fürs Holunderblüten-Brot geht’s hier.

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Rezepte mit Holunderbeeren

Sind auch total lecker – und folgen im Herbst! 😉

 

Holunderstrauch / Copyright: wilderwegesrand.de

Bote des Frühsommer: der blühende Holunder

 

 

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11 Kommentare

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  9. Schone Anregungen richten den blick auf ubersehenes

  10. Wollte immer schon einmal Holunderblütengelee machen. Eure Rezept klingt einfach und wenn ich mich ran halte, schaffe ich das dieses Jahr, bevor der Holunder verblüht ist.

    • Liebe Silke,

      ich denke mal, Du hast noch ein, zwei Wochen Zeit – dann wird sich der Holunder, zumindest im Rheinland, langsam aber sicher verabschieden. Übrigens: wenn die Blüten schon sehr ‚reif‘ sind (noch nicht braun aber etwas ‚mürbe‘), lassen sie sich super für Holunderblüten-Brot verwenden. Dafür muss man die kleinen Blüten nämlich komplett von den Stängeln streifen und das geht in diesem Zustand leicher 😉 Rezept folgt!