Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Breitwegerich und Spitzwegerich – oder wie alles einmal anfing

Es fing so an:

mit meinem Papa, unserem immer schlecht gelaunten Cockerspaniel Schnucki und mir, im zarten Alter von.. sehr klein. Die beiden brachten mich jeden Tag an die frische Luft – klar, der Hund musste raus, das Kind am besten auch – zumindest wenn das Wetter schön war. Es müssen unzählige Spaziergänge gewesen sein, erst im Ruhrgebiet, dann im Schwabenländle.

Aber bereits im vermeintlich grauen Pott (der gar nicht grau ist!) begann mein Vater mich auf einen kleinen aber durchaus vorhandenen Unterschied einer unscheinbaren Pflanze am Wegesrand aufmerksam zu machen: dem Unterschied zwischen Breit- und Spitzwegerich. Der eine hat schmale, spitze Blätter, der andere breite. Ansonsten unterscheiden sie sich wenig. Ich aber konnte dank meines Papas schon als Dreikäsehoch jeden, der es hören oder nicht hören wollte, auf diesen Unterschied aufmerksam machen. Und tat das auch mit enormer Ausdauer.

Heute weiß ich: Breit- und Spitzwegerich unterscheiden sich nur äußerlich. Ihre Inhaltsstoffe sind so gut wie identisch. Beide haben eine große Heilwirkung gegen Erkältungskrankheiten. Beide sind unverwüstliche Zeitgenossen, besonders der Breitwegerich. Und mag der noch so oft niedergetrampelt oder plattgefahren werden – er wächst weiter! Ein Hoch auf den ‚Weg-Erich‘ 🙂

Und was ich mittlerweile auch feststellen musste: ich bin nicht die einzige, der mein Papa dieses ‚geheime‘ Wissen weitergab. Meine Nichte kennte den Unterschied genau so, wie es die Kinder meiner Cousine tun. Bei mir aber hat es, so vermutlich ich zumindest, den Grundstein für meine heutige Leidenschaft für Kräuter, Blüten und alles andere gelegt, was sich so am wilden Wegesrand versteckt.

Danke Papa!

Ach ja und…

(…oben ein Bild von einem der Ausgangspunkte unserer vielen Abenteuer am Wilden Wegesrand. Wir haben immer etwas gefunden und gesammelt, ob den Weg-Erich oder Sauerampfer, ob Blumen oder das eine oder andere Obst. Über die Blumen hat sich meine Mutter immer sehr gefreut – das andere hat sie oft nur halb erfreut entgegen genommen, denn schließlich muss ja alles Gesammelte auch noch verarbeitet werden. Dafür 1000 Dank, Mama!)

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5 Kommentare

  1. Liebe KräuterLiese!
    Ganz zufällig habe ich heute Deine Seite gefunden durch das Foto der „Knoblauchsrauke“. Gerade vorgestern habe ich dieses „neue Unkraut“ im Garten entdeckt und mich gefragt, was das denn schon wieder ist – dicht neben den Brennnesseln?! (Vielleicht hätte ich es heute als „Unkraut“ rausgezogen?!) Inzwischen habe ich mein erstes Butterbrot mutig 😉 damit gegessen! :))) Super! – Mein Mann wird begeistert sein! Er ist ZU gern Knoblauch – zu meinem Leidwesen 🙁 – Ich denke, bei diesem Kräutern wird mein Leiden gemildert und ich werde gar mitessen…! DANKE! Eine tolle Seite!
    LG! Annette

    • Liebe Annette,

      ganz lieben Dank für Deine nette Rückmeldung zum Blog! Das freut mich sehr, dass Dir mein kleines Projekt gefällt und Du das hier auch kundtust 🙂 Ich finde die Knoblauchrauke ganz toll, ein sehr, sehr würziges Wildkraut mit wirklich vielen guten Inhaltsstoffen. Hast Du Glück, dass sie bei Dir im Garten wächst – da weißt Du ja genau, was an ihr so dran ist. Ich hoffe sehr, dass sie auch Deinem Mann schmeclt 😉
      Am besten isst Du gleich auch die Brennnessel 😉 und zwar die oberen Triebe. Zur Brennnessel findest Du hier auch einen Artikel. Übrigens sind Brennnesseln Futterpflanzen für einige Schmetterlingsarten, ein weiterer Grund, sie nicht auszureißen.

      Vielleicht hast Du ja mal Lust, bei einer Kräuterwanderung mitzukommen? Die gebe ich meist bei FB bekannt aber auch hier auf dem Blog.

      Viele liebe Grüße
      Jeannette

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